EEG-Umlage: Weitere Erhöhung prognostiziert

EEG-Umlage

Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es her, da mussten die deutschen Stromverbraucher eine kräftige Strompreiserhöhung schlucken. Denn zum vergangenen Jahreswechsel schoss die EEG-Umlage, die die Einspeisung erneuerbarer Energien in das Stromnetz durch garantierte Vergütung bevorzugen soll, um satte 47% in die Höhe. Im Jahr 2013 müssen die Verbraucher demnach 5,3 ct/kWh, also im Vergleich zum Vorjahr 1,8 ct mehr, für den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen bezahlen. Damit aber nicht genug. So soll laut Bundesregierung auch im kommenden Jahr die Ökostromumlage, die etwa 14% des Strompreises ausmacht, weiter steigen. Marie-Luise Dött, umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, prognostizierte nun für das kommende Jahr einen Anstieg um rund 0,9 ct auf voraussichtlich 6,2 ct/kWh.

Im Juni 2011 veröffentlichte die Bundesregierung ihre „Eckpunkte für ein energiepolitisches Konzept“. Darin heißt es unter Punkt 12:

„Es gilt, bestehende Kostensenkungspotenziale auszuschöpfen, so dass die Größenordnung der EEG-Umlage von derzeit 3,5 ct/kWh nicht überschritten wird und die Umlage langfristig Senkungspotentiale hat.“

Die „Kostensenkungspotenziale“ gehören bereits zwei Jahre nach dem Beschluss des energiepolitischen Konzepts ins Reich der frommen Wünsche. Stattdessen kündigte Bundesumweltminister Altmaier (CDU) schon im Juni an, dass die Ökostromumlage im Jahr 2014 wohl die 6-ct-Marke knacken wird. Energie-Experten rechnen aufgrund des dauerhaft niedrigen Börsenstrompreises und dem schnellen Ausbau weiterer Ökostromanlagen sogar mit einer Aufstockung der EEG-Umlage auf über 7,0 ct/kWh. Denn so paradox es auch klingen mag, aber je günstiger der Strom verkauft wird, desto höhere Kosten kommen in Form der Ökostromumlage auf die Verbraucher zu.

Günstigerer Strom = höhere Kosten

Die Idee hinter der EEG-Umlage ist, dass Stromerzeuger ermutigt werden sollen, in erneuerbare Energien zu investieren, um den Anteil des umweltfreundlich erzeugten Stroms an der Stromversorgung schrittweise zu erhöhen. In der Praxis funktioniert das über Ausgleichszahlungen. Ausschlaggebend hierfür sind der an der Strombörse erzielte Strompreis und die auf 20 Jahre festgesetzte Vergütung der Stromerzeuger. Der Fehlbetrag zwischen Börsenpreis und garantierter Vergütung übernimmt die Ökostromumlage und somit der Endverbraucher. Daher gilt, je günstiger der Strom an der Börse gehandelt wird, desto höher fällt die Umlage aus.

Anhand des aktuellen Strompreises kann man allerdings eine Entwicklung erkennen, mit der viele Bürgerinnen und Bürger vermutlich nicht gerechnet hätten. Denn das „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“ führt tatsächlich zu mehr Investitionen in erneuerbare Energien. Tagtäglich werden mehr Ökostromanlagen an das Stromnetz angeschlossen und damit mehr Ökostrom eingespeist. Und wenn mehr Strom eingespeist wird, dann fällt der Strompreis. Hinzu kommt, dass die vergangenen Monate sehr sonnig waren und Photovoltaikanlagen so viel Strom, wie noch nie erzeugten. Damit mutiert die EEG-Umlage immer mehr zu einer Kostenfalle für Stromverbraucher.

Parteien wollen beim EEG nachbessern

Fehler im EEG erkannte nun auch die Bundesregierung und stellt deshalb Nachbesserungen – nach der Bundestagswahl im September – in Aussicht. Gleich nach der Wahl werde man das Gesetz „grundlegend reformieren müssen“, so Bundesminister Altmaier, der nicht müde wird, die Schwierigkeiten des Projektes hervorzuheben. In einer Rede vor der Handwerkskammer in Denzlingen verglich der Minister erst kürzlich diese Aufgabe mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch FDP, SPD und Grüne fordern pünktlich zum Wahlkampf eine grundlegende Reform des Gesetzes. Während die Sozialdemokraten die Verbraucher mittels Senkung der Stromsteuer entlasten wollen und einen „Masterplan Energiewende“ fordern, ohne diesen näher zu definieren, plädieren die Liberalen vor allem für das Zurückfahren der Subventionen. FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle geht sogar noch einen Schritt weiter und verlangt den Neustart der Energiewende. Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, will das Problem von der anderen Seite angehen und verlangt die Verteuerung des billigen Kohlestroms, um den Börsenpreis anzuheben und die EEG-Umlage somit zu drücken. Ob sich das auf die Stromrechnung der Verbraucher auswirken wird, bleibt fraglich.

Erst im Oktober wird feststehen, wie hoch die EEG-Umlage im Jahr 2014 ausfällt. Dann werden sich die Bürgerinnen und Bürger allerdings schon für eine neue Regierung entschieden haben. Ob und vor allem welche Maßnahmen gegen eine weiter steigende EEG-Umlage getroffen werden, bleibt daher abzuwarten.
Höhe der EEG-Umlage für Haushaltsstromkunden bis 2013
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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