Anschaffungskosten

Unter Anschaffungskosten versteht man grundsätzlich die Aufwendungen, die jemand tätigt, um einen Vermögensgegenstand in sein Eigentum zu verbringen. Die genaue Bewertung der Anschaffungskosten ist für Unternehmer im Rahmen der Bewertung des Betriebsvermögens wichtig. Je nach erforderlicher Beurteilung führen diese Nebenkosten zu Betriebsausgaben und somit zur Verringerung des Gewinns, oder sie erhöhen die Aktiva, d. h. die Vermögensgegenstände einer Bilanz. Für Privatpersonen ist die richtige Zuordnung wichtig im Rahmen der Einkommensermittlung in der Steuererklärung.

Verständlich wird dies bei einem Hauskauf. Da ein Hauskauf in Deutschland zwingend durch einen Notar beurkundet werden muss, zählen neben dem eigentlichen Kaufpreis auch die Notarkosten zu den Anschaffungskosten. Sollte der Kauf über einen Makler vermittelt worden sein, zählt die Maklercourtage ebenfalls dazu. Bei Aktien oder anderen Finanzpapieren gehören zu den Nebenkosten zum Beispiel Bankprovisionen oder Maklercourtagen. Die Behandlungen derartiger Nebenkosten führt immer wieder zu langen Diskussionen mit der Finanzverwaltung. Ein Steuerpflichtiger hat häufig ein Interesse daran Erwerbsnebenkosten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend zu machen, da er diese sofort steuermindernd in seiner Steuererklärung ansetzen kann.

Die Bewertung solcher Nebenkosten als Anschaffungskosten verhindert so eine schnelle Steuerermäßigung. Sollte der Vermögensgegenstand später veräußert, reduzieren diese Nebenkosten aber den Veräußerungsgewinn, da dieser als Ergebnis aus dem Veräußerungspreis abzüglich der gesamten Anschaffungskosten ermittelt wird.

GD Star Rating
loading...
Anschaffungskosten, 10.0 out of 10 based on 1 rating