Besitz

Der Besitz zeichnet in der juristischen Fachsprache die tatsächliche Herrschaft über eine Sache aus. Damit ist gemeint, dass der oder die Person die Sache tatsächlich in seiner/ihrer Gewalt hat, unabhängig davon, ob er/sie der Eigentümer dieser Sache ist. Ein „Be-sitz“, auf etwas sitzen, kann also auch eine unrechtmäßig erworbene oder gemietete Herrschaft über eine Sache sein. Der Eigentümer hingegen hat die rechtliche Herrschaft über eine Sache.

In unterschiedlichen Sprachen und Kulturen wird dies anders geregelt und definiert. In jedem Fall ist der Besitztum ein von Menschen konstruiertes System, denn bei Tieren und Pflanzen gibt es keine Besitzer. Es gibt kleine Eigentumsverhältnisse, Boden- oder Wasserrechte. Mit dem kapitalistischen System werden zudem der Besitz und das Eigentum von natürlichen Ressourcen wie Wasser und Boden immer mehr privatisiert und der Allgemeinheit entzogen. Es gibt aber Gesellschaftssysteme, die kein Eigentum kennen.

Was gibt es noch zum Besitz zu sagen?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Besitztum mit Eigentum oft gleichgestellt, was aber juristisch nicht einwandfrei ist. In Bezug auf den Diebstahl wird dies klar: Ein Dieb kann der Besitzer eines Autos sein, ist aber nicht der rechtmäßige Eigentümer. Der rechtmäßige Eigentümer ist von nun an ohne Auto, und damit auch ohne Besitz, bleibt aber Eigentümer.

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