Diskontkredit

Was ist ein Diskontkredit?

Unter einem Diskontkredit ist ein kurzfristiger Kredit zu verstehen, den Banken durch den Ankauf noch nicht fälliger Wechsel herausgeben. Der Kunde, welcher den Wechsel einreicht, erhält im Gegenzug den Wechselbetrag abzüglich der fälligen Zinsen ausgezahlt. Die bis zur Fälligkeit entstehenden Zinsen nennen sich Diskont. Der Kunde zahlt später bei Fälligkeit den vereinbarten Betrag zum Nennwert zurück. In der Regel räumt das Kreditinstitut seinen Kunden für den Ankauf der Wechsel eine Kreditlinie ein. Die genauen Bedingungen dazu werden in einem Kreditvertrag definiert.

Wo kommt der Diskontkredit vor?

Bei der Refinanzierung der Geschäftsbanken spielte der Kredit lange Jahre eine wichtige Rolle. Das Diskontvolumen war die Hauptquelle der Zentralbankgeldversorgung. Rechtlich betrachtet handelt es sich um kein Kreditgeschäft, sondern einen Forderungsankauf. Für die Banken sind diese Geschäfte mit geringen Risiken behaftet.

Was gibt es noch über den Diskontkredit zu wissen?

Zum 1.1. 1999 wurde das Diskontgeschäft über die Deutsche Bundesbank eingestellt. Die Aufgabe der Geldpolitik wurde zu dem Zeitpunkt auf die Europäische Zentralbank übertragen. In dem Zusammenhang wurde der Kredit vom Hauptrefinanzierungsgeschäft abgelöst. Die EZB verschafft den Geschäftsbanken auf anderen Wegen Liquidität und der Diskontkredit hat an Bedeutung verloren. Zudem ist er aufgrund seiner Eigenschaft als Urkunde recht aufwendig bei den verursachten Kosten.

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