Einrede der Vorausklage

Was ist eine Einrede der Vorausklage?

Als Einrede der Vorausklage wird das Recht eines Bürgen bezeichnet, den Gläubiger einer verbürgten Forderung zunächst auf den ordentlichen Rechtsweg gegenüber seinem Hauptschuldner zu verweisen. Der Gläubiger muss – allerdings nur wenn der Bürge diese Einrede erhebt – seine Forderung zuerst gegenüber seinem eigentlichen Schuldner geltend machen und nachweisen, dass das erfolglos war.

Wo kommt die Einrede der Vorausklage vor?

Diese Einrede findet sich auf dem Gebiet der Kreditsicherheiten, also bei der Inanspruchnahme von Krediten oder längerfristigen Darlehen. Immer dort, wo Verpflichtungen in Geld – im Gegensatz zur höchstpersönlich zu erbringenden Leistungen – erfüllt werden können, kann der Gläubiger auf die Absicherung seiner Forderung durch einen Bürgen hinwirken. Die Möglichkeit, den Gläubiger zunächst an seinen Hauptschuldner zu verweisen, ist der gesetzlich geregelte Normalfall bei einer Bürgschaft. Sie kann aber auch ausgeschlossen werden, in diesem Fall spricht man von der selbstschuldnerischen Bürgschaft.

Was gibt es zur Einrede der Vorausklage noch zu sagen?

Durch sie kann der Bürge keine Verjährung des Anspruchs ihm gegenüber herbeiführen. Diese ist so lange gehemmt, bis der Gläubiger den Rechtsweg gegenüber seinem Hauptschuldner ausgeschöpft und einen vollstreckbaren Titel erwirkt hat, die Zwangsvollstreckung daraus jedoch erfolglos war.
Ein Kaufmann kann die Einrede der Vorausklage nicht erheben.

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