Herstellungskosten

Was sind Herstellungskosten?

Herstellungs-Kosten bezeichnen die Kosten für alle Funktionen in der Produktion eines Vermögensgegenstandes. Die Kosten für eine Erweiterung oder Verbesserung dieses Gegenstandes werden ebenso als Herstellungs-Kosten bezeichnet. Diese Kosten setzen sich aus Materialkosten, Fertigungskosten und Sonderkosten der Fertigung zusammen. Zur Ermittlung dieser Kosten ist als Grundlage die Kostenrechnung zu verwenden. Die Kosten für die Herstellung sollten stets von Anschaffungskosten differenziert werden.

Wo kommen Herstellungskosten überhaupt her?

Der Begriff Herstellungskosten findet vor allem in der Kosten- und Leistungsrechnung, sprich im internen Rechnungswesen bei Unternehmen Einklang und spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildung des Verkaufspreises eines Produkts. Wird vom Listenverkaufspreis eines Produktes der Gewinnaufschlag abgezogen, so stehen unter dem Strich die Selbstkosten des Produktes, die größtenteils aus den Herstellkosten bestehen.

Wo kommen Herstellungskosten vor?

Diese Kosten der Herstellung sind in jedem Unternehmen, in dem Vermögensgegenstände intern oder extern hergestellt werden zu finden. Laut dem Anschaffungswertprinzips sind die Herstellungs-Kosten als höchster Wert angesehen, mit dem ein Vermögensgegenstand bemessen werden kann. In Österreich und Deutschland werden diese Kosten gleichbehandelt und angesehen.

Wie werden die Herstellungskosten berechnet?

Berechnet werden die Herstellungs-Kosten aus Materialkosten, Fertigungskosten und Sonderkosten. Hierzu zählen beispielsweise Fertigungslöhne, Gemeinkosten von Material und Fertigung, freiwillige Sozialkosten, Verwaltungskosten und Zinsen. Forschungskosten, kalkulatorische Kosten und weitere unterschiedliche Kosten finden hier Gebrauch. Letztlich wird die Umsatzsteuer, falls es sich bei dem Unternehmen um ein Vorsteuerberechtigtes handelt hinzugerechnet. Nur durch eine saubere und vollständige Kalkulation gelingt es einem Unternehmen, den Deckungsbeitrag eines Produktes decken zu können.

Kostenbestandteile

Zunächst muss man zwischen den Herstellungskosten der Fertigung und des Umsatzes differenzieren. Diese können durch unterschiedliche Kalkulationsverfahren ermittelt werden. Beispiele hierfür wären die Divisionskalkulation, die Äquivalenzziffernkalkulation oder auch die Zuschlagskalkulation. Letzere ist die wohl bedeutsamste Kalkulation zur Berechnung der Kosten eines Produktes. Dabei werden verschiedene Kostentreiber im Bereich Einzel- und Gemeinkosten aufsummiert, bis letztendlich die Herstellkosten der Fertigung erreicht sind. Diese setzen sich unter anderem aus dem Rohmaterialeinsatz, sowie aus Kosten der Fertigung wie beispielsweise Arbeiterlöhne, zusammen. Addiert oder subtrahiert man nun noch anfallende Bestandsveränderungen von fertigen oder unfertigen Erzeugnissen aufgrund von Mehr- oder Minderverkäufen dazu, so entstehen in Summe die Herstellungskosten des Umsatzes.

Wozu dienen diese Kosten einem Unternehmen?

Herstellungskosten zeigen einem Unternehmen die wesentlichen Kostentreiber bei der Produktherstellung auf. Dadurch kann das Unternehmen sehen, wie und wo noch Potential zur Kosteneinsparung besteht und welchen Preis der Vertrieb mindestens für ein Produkt verlangen muss, um in die Gewinnzone zu geleiten.

Was gibt es noch zu Herstellungskosten zu sagen?

Die Herstellungs-Kosten für Gebäude unterscheiden sich zu den produktionstypischen Kosten. Hier werden Baukosten für Rohbau und Innenraumausbau, Bauplanungskosten, Baugenehmigungen sowie die Kosten für einen Architekten eingerechnet. Auch Baumängelbeseitigungen, die nach Fertigstellung des Gebäudes gemacht werden, sind in diesen Kosten einbegriffen. Hinzu kommen weitere mögliche Kosten, bei denen jeweils geprüft werden muss, ob diese einberechnet werden können. Nicht einberechnet werden Außenanlagen wie Straßenzufahrten oder Hofbefestigungen, Eigenleistung, Bauzeitversicherungen, selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter und weitere.

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